06.04.2024
Nationalpark und Hügellandschaft
B-máriafürdö-NP Kis-Balaton-Galambok-Nagykanizsa
Heute geht es also mit den fünf Kilometern los, die ich schon kenne, dann vom See weg und über die Dörfer und einige Kuppen. Wenig später treffe ich auf zwei Mitarbeiter der Straßenmeisterei, die mit einem Laubbläser die beim letzten Sturm (oder über den Winter) heruntergefallenen Äste etc. vom Radweg wegblasen - das ist mal ein Service!
Nach 13 km geht es auf einen Weg, der mich die Karte studieren lässt, aber das dünne Straßennetz lässt keine sinnvolle Ausweichroute erkennen: ich muss diesen holprigen Fahrweg voller Schlaglöcher und mit vielen scharfkantigen Steinen nehmen, wie es aussieht für zehn bis zwanzig Kilometer - „Regionale Fahrradroute 148“ - na großartig!
Aber es ist immerhin ein Nationalpark und Landschaft und Natur sehr hübsch und belebt (von unserer Spezies bin ich allerdings - trotz ausgiebiger Pause an einem Unterstand - das einzige Exemplar an diesem Vormittag - wenn man die drei Lokführer von langsam durchkommenden Güterzügen ausblendet). Aber die Geräuschkulisse der Vogelwelt ist beeindruckend.
Am anderen Ende des Nationalparks komme ich an einer Zieselbeobachtungsstation vorbei (zwei am Boden kauernde Fotografen in Tarnkleidung mit großen Teleobjektiven verraten die Station mehr als sie sich selbst) und in der Tat wetzen da immer wieder die Erdmännchen über die Wiese. Aber es muss weitergehen, es ist ein heißer Tag und es stehen noch viele Anstiege an - die Straße kostet jede Senke und jeden kleinen Rücken voll aus, es ist schon sportlich, hier und da werde ich sogar angefeuert oder aufgemuntert - an einer Stelle allerdings auch von einem kleinen Köter gehetzt, der geduldig in der Mitte der Straße abgewartet hat, bis ich ihn erreicht hatte - angeblich des Menschen bester Freund…
Und schlussendlich rolle ich in Nagykanizsa ein und steige im zentralsten Hotel der Stadt ab (Lage und Name lassen keinen anderen Schluss zu). Der Rezeptionsmitarbeiter spricht akzentfrei deutsch, ist selbst auch Radfahrer, will natürlich alles wissen, kann mir dafür aber für morgen auch die beste Route zumindest bis gut über die Grenze beschreiben, weiß Entfernungen auf den Kilometer genau aus dem Kopf - sehr kompetent.
Auch in Nagykanizsa werden die Bürgersteige übrigens zwischen Radweg und Straße gelegt, was für mich eigentlich risikotechnisch nicht optimal (für die Fußgänger) ist. Nur an Bushaltestellen hat das vielleicht einen Vorteil. Im Übrigen steht an jeder Kreuzung an der Absenkung des Radwegs ein Vorfahrt-achten-Schild für die Radfahrer - aber die Autos halten ausnahmslos an und fahren nicht wieder los bevor man nicht die Straße überquert hat (sogar dann, wenn man gar nicht rüber will…).
Große Wanderungen unternehme ich heute Abend nicht mehr, die Beine merken die vielen Anstiege dann doch. Aber auch die direkte Umgebung des Hotels ist sehr ansehnlich, schön bepflanzt, mit diversen Skulpturen und Denkmälern und einer sehr sommerlichen Atmosphäre (kein Wunder bei 28° Außentemperatur). Fußgängerzone mit Tischen im Schatten. Perfekt. Auch diese Altstadt ist im guten Zustand - sehr erfreulich!



