07.04.2024

 

 


Endlich - mein erster Besuch in Kroatien!

Nagykanizsa-Molnari-Letenye-Prelog-Varaždin

 

Die Beschreibungen des Hotelmitarbeiters erweisen sich erwartungsgemäß als voll belastbar. Sehr angenehm weiterhin, dass es alle paar Kilometer nette kleine lokale Café-Kneipen mit großen überdachten rustikalen Terrassen gibt, so z.B. nach 15 km in Molnari (schon unweit der Mur). Wo die Leute allerdings an einem Sonntag in diesen kleinen Orten die Familienpackungen Toilettenpapier herbekommen, die sie im Fahrradkorb transportieren, bleibt ungeklärt.

Weiter geht es nach Letenye und zum Grenzübergang nach Kroatien. Alternative Routenführungen gibt es nicht, eine Murbrücke gibt es nur da. Die Erwartung, dass dort eine kleine Party gegeben wird, dass auch ich es endlich mal schaffe, dieses spannende und facettenreiche Land zu besuchen, wird zu meiner großen Verwunderung allerdings herb enttäuscht. Dank des Schengenabkommens ist noch nicht mal ein Grenzbeamter zu sehen. Die Schilder der Wechselstuben sind 15 Monate nach Einführung des Euro noch nicht alle abgebaut, aber Kuna gibt es trotzdem nicht mehr zu kaufen (schon allein, weil niemand da ist).

Dafür sind die ersten Orte, durch die ich komme, alle in einem guten Zustand, die Häuser durch die Bank sehr gepflegt. In einer Café-Bar mache ich Station und die gleiche Erfahrung wie im Nachbarland: in den Dörfern ist am Tag meiner Einreise meine sprachliche Experimentierfreude größer als bei den Einheimischen trotz vermutlich etlichen Jahren Englischunterricht. Trotzdem gelingt es zumindest drei große Gläser Wasser zu bekommen (für eine ganze Flasche auf einmal fehlte mir noch das Vokabular…).

Wenig später komme ich über die Drava (Drau), an der ich irgendwann mal auch noch entlang fahren will. Wenige Kilometer weiter mündet die Mur von vorhin in die Drau, beide mit viel Wasser aus den Alpen, die eine von den Hohen Tauern über Graz, die andere von Sillian bei Lienz über Villach und Maribor.

Dahinter zweigt meine Route plötzlich mal wieder auf einen dieser altrömischen Schnellwege ab, denen es ja auch bei uns mit großem Beharrungsvermögen gelingt, sich wirklich jeder Verbesserung zu entziehen. Die Karte zeigt mal wieder weder die grottige Qualität noch irgendeine brauchbare Alternative - es ist die „Internationale Fahrradroute S5“, aber die Leute, die sich auskennen, fahren hier natürlich nicht her - m.a.W. ich bin der einzige Idiot auf dieser Route. Ich hoffe, es gibt keinen Reifenschaden o.ä. - das wäre hier wirklich mühsam.

Wie aus dem Nichts stoße ich dann auf eine Straße, die in der Karte genauso aussieht, wie meine Rahmenbruchteststrecke, aber tatsächlich eine ordentliche Landstraße mit abgeteiltem Radweg ist, auf der es zwar einen leichten Sonnenbrand gibt („der Sonne entgegen“), aber auf der ich einen Teil des Zeitverlusts wieder reinholen kann.

In Varaždin bekomme ich ein gutes Zimmer auf der Rückseite vom schönen Hauptplatz, wo ich den deutlich abkühlenden Abend dieses heißen Tages genieße. Morgen schaue ich mich hier um.