27.03.2024
Vom Winde verweht - Tag 2
Mosonmagyarovár-Darnózseli-Dunaszeg-Györ
Die Beine sind noch müde, aber es hilft ja nichts (und zum Zahnarzt muss ich zum Glück auch nicht), also raffe ich mich auf und lege mich wieder mit dem Wind an. Er ist nicht ganz so böig wie gestern, aber nachgelassen hat er nicht wirklich. Was aber sehr hilft: es gibt einen Radweg nach Györ, meinem nächsten Etappenziel, der sogar relativ glatten Asphalt aufweist - wenn man sich die vielen Wurzelaufbrüche (von oft gar nicht mehr existenten Bäumen) mal wegdenkt.
Auch geht es immer mal ein bisschen nach rechts oder links, weil die Straße grob der Moson-Donau folgt - das bringt ein bisschen Abwechslung und verhindert das Gefühl, an einer amerikanischen Landstraße entlangzuradeln. Und schon bald ist auf den Schildern auch immer mal Balatón zu lesen - ich muss also schon bald da sein…
An einem Supermarkt und später an einem kleinen Lokal mache ich Verpflegungsstops und lasse bei den beiden sehr jungen Angestellten unbeabsichtigt den Blutdruck abrupt steigen, weil Englisch zwar als Sprache irgendwie entfernt bekannt, aber definitiv nicht spontan abrufbar ist - zumindest temporär ist mein (!!!) Ungarisch besser. Erst nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass sie doch zumindest ein paar Wörter noch in Erinnerung haben. Entweder kommen hier so gut wie nie Touristen vorbei (was schade wäre) oder ich bin der erste Tourist nach dem Winter und muss beim Entrosten der Sprachkenntnisse helfen - beides wäre verblüffend, immerhin ist meine heutige Etappe Teil des direkten (also nicht der Donau folgenden) Radwegs EuroVelo 6 Wien-Budapest. Es ist wie es ist, sehr freundlich und bemüht sind alle Beteiligten trotzdem und es zeigt sich mal wieder, dass Verständigung geht, wenn beide wollen.
Am frühen Abend rolle ich mit wieder müden Beinen in Györ ein und beziehe mein Hotelzimmer in einem ehemaligen Kloster in der sehr hübschen Altstadt.


