13.03.2024
Sehr unterschiedliche Erlebnisse
Attnang-P.-Lambach-Sattledt-Kremsmünster-Bad Hall
Gestern Morgen hat es munter vor sich hingenieselt, was bei mir keine Begeisterung ausgelöst hat, das Fahrrad aus dem trockenen und sicheren Keller wieder hervorzuholen. Heute ist beides anders und es geht die ersten Kilometer auf der Landstraße nach Schwanenstadt und von dort direkt an der Ager entlang über einen mal wieder schottrigen Radweg zu einem tollen Rastplatz mit Blick auf die Paurakirche am anderen Ufer - wikipedia verrät, dass dort schon in der Jungsteinzeit Salz von Booten wegen des nicht schiffbaren Traunfalls auf Pferde umgeladen wurde.
Wenig später geht es an die wenig begeisternde Rampe hoch nach Sattledt, aber mit zwei spontan eingebauten Umwegen, die unnötige Höhenmeter vermeiden, geht es dann doch ganz passabel. Die Gegend insgesamt ist aber bestenfalls eher mittelattraktiv. Dafür lockt eine Abfahrt nach Kremsmünster, die man mal wieder auch auf die vierfache Entfernung hätte aufteilen können anstatt die Radfahrer dauernd zum Bremsen zu zwingen (zumal bisher in ganz Österreich gefährlicherweise noch der Wintersplit auf den Radwegen liegt - auf den Straßen direkt daneben wird hingegen kein Wintereinbruch mehr erwartet…).
Das Stift in Kremsmünster ist durchaus beeindruckend, die Kirche wird jedoch gerade ziemlich massiv „renoviert“. Eine Gruppe von gut 10 Personen steht vor der geschlossenen Kirchentür im Weg. Meine Frage, ob man in die Kirche trotz Baustelle hinein könne, wird mit verwunderten Blicken beantwortet, zwei weitere Fragen abschlägig. Erst als ich sie jetzt nur noch mäßig höflich auffordere, mich mal bitte durchzulassen, scheint mein Begehr verstanden zu werden. Jedenfalls scheint sich keiner auf ein Handgemenge einlassen zu wollen (ich ja sowieso nicht). Gelohnt hat sich’s nicht, weil nur ein Seitenschiff zugänglich ist, aber reichlich irritierend ist die Situation schon…
Zum Ausgleich hat ein hervorragendes Burger-Restaurant kurz dahinter geöffnet. Zunächst fühle ich mich zwar leicht angeblafft, dass mein Fahrrad so nicht stehenbleiben könne, ich bin schon bereit, mich wieder in den Sattel zu schwingen, doch dann wird klar, dass ich das Rad durch den Gastraum in einen breiten Flur schieben kann - das habe ich auch noch nicht erlebt. Und die Erkenntnis des Tages: meine Fremdsprachenkenntnisse sind scheinbar noch verbesserungsfähig…
Ein anderer Gast spricht mich an und will näherungsweise alles über Radtouren wissen, was man wissen kann. Er wird in Kürze in Ruhestand gehen und will auch einige Radtouren unternehmen, u.a. an der Donau entlang bis zum Schwarzen Meer - ein Stück kenne er sogar schon: sein Vater („da hat er noch gelebt“) habe sie als Kinder (kann also gerade mal 55-60 Jahre her sein…) mal ein paar Kilometer an der Donau entlang mitgenommen - das sei sehr schön gewesen. Ich habe ihm natürlich zu einer deutlich moderateren Einstiegstour geraten. Immerhin war es zur Abwechslung mal wieder ein durchwegs nettes Gespräch!
Noch zehn Kilometer bis nach Bad Hall mit seinem hübschen Hauptplatz, ein herzlicher Empfang durch das sehr sympathische Hotelinhaberpaar und der Tag ist beendet.



