13.10.2024
Ein recht zäher Tag
Nördlingen-Bopfingen-Lauchheim-Abtsgmünd-Untergröningen
Wenige hundert Meter vom Hotel entfernt, „überredet“ mich ein gut erscheinender, beausgeschilderter Radweg zu einer reichlich unattraktiven Bundesstraße, umzuschwenken. Dass es kräftigen Gegenwind gibt, ist den Machern des Radweg nicht vorzuwerfen, dass der Radweg aber rund 100 unnötige Höhenmeter überwindet hingegen schon. Mein linkes Knie schätzt diese unbegnadete Routenwahl ebenfalls nicht. Aber es hilft nichts, man muss aus dem Meteoriteneinschlagkrater irgendwie wieder raus, in meinem Fall zum Nordrand der Schwäbischen Alb - die Grenze zu Baden-Württemberg liegt eh seit dem Stadtrand von Nördlingen hinter mir.
Kurz darauf arbeite ich mich zur höchsten Stelle gesamten Tour hinauf, zur Wasserscheide zwischen Donau und Rhein. Dahinter geht es längst nicht so spürbar bergab wie zu erwarten stünde, vor allem, weil an mehreren Stellen zu steil bergab geht, dafür unmittelbar danach wieder zäh bergan, vorzugsweise nach einer erzwungenen deutlichen Abbremsung. Die schöne kinetische Energie, die sich aus einer nennenswerten Masse (wie bei mir) in erhöhter Position ergibt, geht wie so oft in bedauerlicher Größenordnung in Form von heißen Felgen und Bremsklötzen verloren, oft sogar im ungünstigsten Moment…
Aber - nach einigem Auf und Ab - komme ich an den Kocher, dessen Lauf die Route nun ein gutes Stück folgen wird. Es gibt überwiegend schön asphaltierten Radweg mit weitgehend guter Nutzung des Gefälles und: irgendjemand hat den Gegenwind ausgeschaltet - mit anderen Worten: gegen Abend geht nochmal die Post ab, da macht auch das Knie wieder klaglos mit.
In Untergröningen (statt Abtsgmünd wie zunächst eingeschätzt) komme ich in einem sehr kommoden Hotel unter, werde aber von der Chefin reichlich verwirrt: das Fahrrad darf in den Flaschenkeller der hauseigenen Brauerei, der ist rechts oder links rum um‘s Haus zu erreichen, als ich sage, dass ich von rechts gekommen bin, schickt sie mich links rum mit dem Hinweis, es sei im Hof die erste Tür rechts (deutet dabei in die Richtung, die links wäre), es stünde Flaschenkeller oben drüber und die Tür sei offen. Tatsächlich war die Tür zwar rechts, aber es war die letzte, der Schriftzug war da, aber ohne Handylampe um 19:30 Uhr nicht mehr zu lesen, die Tür war abgeschlossen und der Weg rechts um‘s Haus wäre kürzer gewesen. Die Küche („bis 20:30“) war um 20:15 Uhr schon zu, aber das ganze Team war trotzdem sehr sympathisch und das Zimmer komfortabel. Und hinreichend müde bin ich ohnehin.


