31.03.2024

 

 


Wieder ein langer Tag

Mór-Székesfehérvár-Köszárhegy-Balatonfökajár-Siófok

 

Meine nächtliche Erholung ist halbwegs ok, wenngleich die Zeitumstellung morgen weniger geschadet hätte - zumindest, wenn mein Plan für heute aufgeht: ich will zunächst nach Székesfehérvár, der sog. Stadt der Könige, weil hier früher oft die Krönungen stattgefunden haben - quasi das Reims von Ungarn.

Unterwegs mache ich an einer Tankstelle eine kleine Pause (ganz frisch bin ich anscheinend doch nicht) und sehe kaum 100m entfernt einen Storch in seinem Nest, der immer wieder vor sich hin klappert.

In der royalen Stadt finde ich ein leckeres Restaurant in der Fußgängerzone mit Tischen im Schatten. Perfekt. Auch diese Altstadt ist im guten Zustand - sehr erfreulich!

Relativ spät mache ich mich wieder auf den Weg, die Restetappe ist noch ca. 50 km lang, aber ich muss zwei längere Stopps einlegen, das Essen ist mir nicht sonderlich gut bekommen. Der zweite Stopp ergibt dann wieder ein paar nette Kontakte mit der lokalen Bevölkerung, die sich wohl regelmäßig zum Eisessen und Biertrinken an diesem entspannten Familiencafé mit entspannter Terrasse trifft. Jeder kennt jeden, die Armosphäre ist entspannt, jeder kann entweder zwei Wörter deutsch oder zweieinhalb Wörter Englisch und jeder weiß über die anderen, wer nett ist, wer nicht so, wer ein bisschen und wer ganz sicher vollständig plemplem… Einig sind sie sich, dass es mit dem Fahrrad von München bis hierher ziemlich weit ist, vielleicht sogar ein bisschen plemplem…

Da es zwischen hier und dem Plattensee keine Unterkünfte zu geben scheint, muss ich aber noch mindestens 20 km fahren und es ist nicht komplett flach. Bis zum eigentlichen Ziel Siófok sind es sogar noch gut vierzig. Keine Ahnung, ob das in dem Zustand gelingt. Ich werde jedenfalls mit vielen guten Wünschen verabschiedet.

Aber nach den nächsten Kilometern merke ich, dass es vom Magen her langsam wieder besser geht. Es wird auch tageszeitbedingt etwas kühler (tagsüber sind es inzwischen oft 20-25 Grad), teilweise ist der Radweg gefühlt funkelnagelneu, hier und da könnten sogar die Holländer neidisch werden und allmählich komme ich wieder in den Flow von gestern Abend, sodass ich es tatsächlich noch bis Siófok schaffe. Vom See sehe ich allerdings natürlich nur an ein paar Stellen die Beleuchtung auf beiden Seeseiten das ganze Ufer entlang. Aber auch das lässt die Dimensionen erahnen.

Im Hotel werde ich wieder freundlich aufgenommen, aber das darf echt nicht zum Standard werden, erst so spät einzutreffen. Wenigstens sind die Lungen mit subjektiv guter frischer Luft gründlich durchgepustet, aber die Oberschenkel meckern doch deutlich als es zum Tagesabschluss noch die Treppe hochgeht. Zum Glück stehen jetzt ein paar Tage Urlaub am Balatón bevor.