01.03.2022
Top-Sicht, aber reichlich zapfig
Nach einem guten Frühstück will ich als Erstes natürlich zur Etschquelle, die eigentlich nur gut 50m oberhalb der Häuser von Reschen liegt. Aber es liegt noch viel Schnee und auf den Wegen einiges an Eis.
Ohne Stöcke und Steigeisen oder Grödeln und nur mit (immerhin geländegängigen) Sportschuhen muss ich auf dem ersten Weg umdrehen, aber es gibt noch einen zweiten, der dann mit dieser Ausrüstung mit Ach und Krach gangbar ist.
An der Quelle hat man einen super Blick auf Ortler, Königspitze, Cevedale und Zufallspitzen - der Himmel ist absolut klar, was zumindest im Sommer nicht oft vorkommt.
Nachdem ich mein Fahrrad, das ich an einem Baum neben der Langlaufloipe angeschlossen hatte, wieder erreicht habe, geht die eigentliche Radtour los. Entgegen der überraschenden Vermutung der Wirtin ist der Radweg am Reschensee nur teilweise schnee- und eisfrei. Daher muss die Staatsstraße herhalten, die zum Glück noch schwach befahren ist.
Am halbversunkenen Kirchturm von Graun mache ich das obligatorische Webcam-Selfie - die ersten fünf, die es finden, bekommen eine Postkarte aus Chioggia (falls ich da ankomme...).
Rasant geht es die charakteristischen langen Zickzacks der Staatsstraße nach Burgeis hinunter - Goretexjacke plus Regenjacke (sowie Handschuhe und Schal) reichen gerade eben - auch weil ich natürlich nicht nur für diesen einen Tag etwas anderes als meine kurzärmeligen Funktionshemden mittransportieren will...
Ab Burgeis kann ich wie erwartet durchgehend den weitgehend gut angelegten Radweg nutzen, solange keine „offiziellen“ Wegweiser vom richtigen Weg weglocken.
In Laas, dem Ort mit dem bekannten weißen Marmor, kommt die dritte der Baustellen, wegen denen gern entspannt der ganze Radweg gesperrt wird, ohne Angabe für wieweit man ausweichen muss und ohne vorgeschlagene Umleitung. Ich muss recht steil zur Staatsstraße hoch und dort im inzwischen stärkeren Verkehr etliche Kilometer absolvieren, aber die meisten Fahrer von 40-Tonnern fahren zum Glück inzwischen sehr rücksichtsvoll gegenüber Radfahrern.
Gegen 16 Uhr komme ich in Goldrain an, werde freundlich begrüßt, bekomme gleich die Sauna vorgeheizt und das Schwimmbad an‘s Herz gelegt. Das muss man mir natürlich nicht zweimal sagen - das sollte beim Auftauen helfen. Hoffentlich ist es morgen weniger frisch.






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